Oberfranken
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Konjunkturlage im IHK-Bezirk Coburg

Regionale Wirtschaft legt Verschnaufpause auf

Die Wachstumsdynamik der vergangenen Monate hat sich abgeschwächt und wird sich nach aktuellen Einschätzungen der Unternehmen im Jahresverlauf auf ein gemäßigteres Niveau einpendeln. So lesen sich die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Coburg. 152 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung haben sich an der Befragung beteiligt.
Die im Grundsatz dennoch positive Grundstimmung, bei hoher Produktionsauslastung im IHK-Bezirk, wird zunehmend durch die europäische Schuldenkrise, die verhaltene Inlandsnachfrage, die ansteigenden Energie- und Rohstoffpreise sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen relativiert.
Die Geschäfte in der regionalen Metall-, Elektro- und Kunststoffindustrie laufen trotz gesunkenem Auftragsvolumen konstant gut. Die Nachrichten aus der Polstermöbelindustrie sind ambivalent. Der Maschinenbau bewegt sich nach rasanter Aufholjagd im vergangenen Jahr wieder in Richtung Normalauslastung.
Der regionale Einzelhandel blieb hinter den Geschäftserwartungen zurück. Aufgrund der warmen Witterung blieben viele Händler auf der Winterware sitzen.
Gewinner der aktuellen IHK-Konjunkturerhebung sind die regionalen Dienstleistungsunternehmen, der Großhandel und die Tourismusbranche. Hier beurteilen die befragten Unternehmen Lage und Zukunftsperspektiven gleichermaßen positiv.
Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich von der Konjunkturentwicklung unbeeindruckt. Im Dezember 2011 lag die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk Coburg bei erfreulichen 4,3 % und hat sich damit gegenüber dem Vorjahreswert um einen Prozentpunkt verbessert.
Die Ergebnisse der Umfrage, insbesondere in den Industriezweigen, sollten als Weg zur Normalisierung und weniger als Anbahnung eines neuen Konjunkturtiefs interpretiert werden, kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die aktuelle IHK-Umfrage. „Die mittelfristigen Perspektiven für die regionale Industrie bleiben freilich günstig, da wichtige Zukunftsthemen rund um Ressourceneffizienz, Umweltschutz, Fertigungsautomation bis hin zum Städtebau nicht zuletzt innovative Lösungen aus Industrie und Dienstleistung einfordern."
Die derzeitig relative Zurückhaltung der Unternehmen sei nach Meinung von IHK-Präsident Friedrich Herdan nachvollziehbar, „die europäische Schuldenkrise verunsichert die Wirtschaft", dennoch dürfe jetzt nicht in Schwarzmalerei verfallen werden.
„Der Konjunkturklimaindikator liegt bei guten 127 Punkten (Herbst 2011: 135) und rangiert damit noch immer unter den Top-Werten der letzten zehn Jahre. Unsere Unternehmen stehen gesund und solide da und können mit Zuversicht auf die nächsten Monate blicken", ermuntert Herdan.
Es ist jetzt Aufgabe der Politik alles daran zu setzen, die Turbulenzen im Euroraum zügig und überzeugend in den Griff zu bekommen", fordert Herdan. „Wird hier keine tragfähige Lösung gefunden, so ist davon auszugehen, dass Unternehmen sich mit Investitionen und Konsumenten mit ihrer Nachfrage vorerst zurückhalten. Dann könnte am Arbeitsmarkt die Dynamik nachlassen."

 

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