Oberfranken
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In zwei Welten zuhause

Neuer Studiengang an der Universität Bamberg

Immer häufiger stehen Geistes- und Kulturwissenschaftler vor der Herausforderung, disziplinäre Probleme mit informatischen Mitteln lösen zu müssen. In Bamberg bildet die Fakultät Wirtschaftsinformatik und
Angewandte Informatik Masterstudierende ab dem Wintersemester 2010/11 gezielt für diese fächerübergreifende Aufgabe aus.

Der neue Masterstudiengang „Computing in the Humanities" (CitH) richtet sich an Absolventinnen und Absolventen mit geistes-, kultur- oder humanwissenschaftlichem Bachelorabschluss. Die bestehenden Kenntnisse der Studierenden werden um Fachwissen in Informatik und Angewandter Informatik erweitert. Der Studiengang befähigt damit zur Mitarbeit in interdisziplinären Projekten zur Systemgestaltung und -entwicklung in den jeweiligen Anwendungsfeldern.
Eines dieser Projekte, das geistes- und kulturwissenschaftliche Problemstellungen aufgreift und eine informationstechnologische Lösung für sie entwickelt, ist das Pilotprojekt MonArch -Monumentalbauwerke-Archivsystem der Universitäten Bamberg und Passau. „MonArch ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, mit welchen Studieninhalten sich künftige CitH-Studierende beschäftigen werden", erläutert Prof. Dr. Christoph Schlieder, Projektverantwortlicher auf Bamberger Seite und Beauftragter des neuen Studiengangs. Ziel von MonArch ist es, die Archive der Nürnberger Großkirchen St. Lorenz und St. Sebald auf der Basis eines digitalen Archivierungs- und Dokumentationssystems zu erschließen, zu vernetzen und für die wissenschaftliche Recherche zugänglich zu machen.
St. Lorenz und St. Sebald sind nur zwei Beispiele für ein Problem, das viele Forscherinnen und Forscher, die sich mit Monumentalbauten wie Burgen, Schlössern oder Kirchen beschäftigen, immer wieder vor große Herausforderungen stellt: Die Archive dieser jahrhundertealten Gebäude, die für die mitteleuropäischen Kultur- und Stadtlandschaften prägend und daher besonders schützenswert sind, sind nur bedingt zugänglich:

Einerseits beinhalten sie eine Vielzahl von Schrift- und Bilddokumenten, Karten, Plänen, Untersuchungen, Bautagebüchern oder Zeichnungen, die die Authentizität des gebauten Erbes begründen. Andererseits sind die Bestände nur in Ausnahmefällen inventarisiert, erschlossen oder digital gesichert, die Archivalien einander inhaltlich nicht zugeordnet. Eine Suchanfrage nach Gebäudeinformationen mit räumlichem Bezug ist nur im Ausnahmefall möglich, der Suchaufwand groß, zeitlich nicht kalkulierbar, ein Erfolg ungewiss.

Bamberger Informatiker entwickeln deshalb das Dokumentationssystem Mobile Mapping System archiv (MMSarchiv), das wichtige Assistenzfunktionen (u.a. Datenerfassung) für MonArch übernimmt.
MMSarchiv unterstützt bei der Erschließung und Erfassung historischer Planunterlagen, beispielsweise jenen des Planfunds zur Nürnberger Großkirche St. Sebald. Künftige CitH-Studierende können sich durch Übernahme von kleineren Entwicklungsprojekten an der Weiterentwicklung des Programms beteiligen und neue Ideen für dieKartierung der Zukunft entwickeln. Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie unter: www.unibamberg.de/cith. Eine Einschreibung ist noch bis zum 15. September 2010 möglich.

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