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24.04.2010 – 02.11.2010, in Selb und Hohenberg a.d. Eger

Jubiläumsausstellung Königstraum und Massenware

Porzellan ist so wandlungsfähig wie es formbar ist - und in den 300 Jahren seiner Nacherfindung in Europa hat es dies in begeisternder Art und Weise bewiesen.

Die Jubiläumsausstellung "Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan" im Porzellanikon Selb und Hohenberg a.d. Eger feiert das mit 1000 Exponaten vom Barock bis zur Gegenwart auf 3500qm vom 24.04.2010 - 02.11.2010.

Knapp 100 Institutionen und Sammlungen aus 17 Ländern weltweit unterstützen das Ausstellungsprojekt mit Leihgaben aus den namhaftesten europäischen Porzellanmanufakturen. Darunter das Metropolitan Museum NYC, der russische Peterhof, das Musée des Arts décoratifs Paris, der Louvre, das MAK Wien und viele mehr.
Drei Alleinstellungsmerkmale hat die Schau damit im Jubiläumsjahr 2010:

  • Es wird zahlen- und flächenmäßig die größte Ausstellung sein, die es je zu dem Thema Porzellan in Europa gab.
  • Wir zeigen die Ankerstücke der Porzellangeschichte - quer durch den europäischen Kontinent und damit, was an Herausragendem europaweit seit dem Beginn der Porzellanproduktion in Meißen ab dem Jahr 1710 hergestellt wurde.
  • Wir widmen uns allen Facetten des Porzellans: in Tisch- und Wohnkultur, als Kunst- und als Repräsentationsgegenstand, in Medizin und Technik, in Design und Architektur, in Entwicklung und Hochschulforschung.

Teil I

Porzellanikon Hohenberg a.d.Eger - eine Zeitreise vom Barock bis zum Art Déco

Mit den Medici-Porzellanen - von denen es weltweit nur noch gut 50 Stück gibt - fängt die Schau in der Gründerzeitvilla der ehemaligen Dynastie Hutschenreuther an, die das Porzellanikon Hohenberg a.d. Eger - Deutsches PorzellanMuseum beherbergt. Porzellane aus dem persönlichen Service von Katharina der Großen, die Büsten von Kaiser Napoleon und Kaiserin Joséphine, die Madame Pompadour als Allegorie der Freundschaft, Porzellane aus den berühmten Esterházy-Sammlungen, noch nie gezeigte Meissen-Stücke von der 1944 vor der baltischen Küste gesunkenen St. Mikael - im Porzellan mischen sich Geschichte und Geschichten, Prominenz und Politik, persönliche und politische Schicksale und Vorlieben.
Die Ausstellung reiht im Porzellanikon Hohenberg historische Celebrity-Porzellane und einzigartige Entwürfe berühmter Maler und Bildhauer von Johann Joachim Kaendler bis Josef Hoffmann auf einem Zeitstrahl vom Barock bis zum Art Déco. Und sie erzählt vom Leben einer Hocharistokratie, die sich mehr und mehr verbürgerlichte, um den Herauforderungen der aufkommenden Industrialisierung und Urbanisierung gewachsen zu sein. Die erlebnisorientierte Ausstellungsarchitektur bietet persönliche Einstiege in die einzelnen Epochen: Am Anfang steht
jeweils eine geschichtliche Person des öffentlichen Lebens oder eine Künstlerpersönlichkeit, anhand derer der Einstieg in einen Geschichtsabschnitt, in Techniken, in Moden und Themen der Zeit geschildert werden. Leihgaben - beispielsweise aus Meißen und Sèvres, aus dem Londoner Victoria & Albert Museum, aus dem russischen Peterhof oder dem Topkapi Palace Museum Istanbul, aus den Nationalmuseen in Helsinki, Krakau oder Stockholm etc. ergeben in einer anspruchsvollen Ausstellungsarchitektur zusammen mit den Sammlungsbeständen des
Porzellanikons eine schillernde und so noch nie gesehene Zusammenstellung.

 

Teil II

Porzellanikon Selb - Porzellan: ein thematisches Breitband-Medium

Weitab von Tischkultur und den Boudoirs gekrönter Häupter bietet Porzellan überraschend breite Anwendungsmöglichkeiten. Auf fünf Themeninseln präsentieren fünf verschiedene Kuratorinnen und Kuratoren unterschiedliche Sichten auf das Weiße Gold. So wird der Designtheoretiker Prof. François Burkhardt die Themeninsel „Porzellan und Design" kuratieren.
Die stellvertretende Direktorin des Museums Ludwig Köln, Katia Baudin zeichnet verantwortlich für den Ausstellungsteil, der sich mit den Porzellanarbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler befasst. Im Gespräch sind beispielsweise Rosemarie Trockel und Ai Weiwei. „Porzellan und Architektur" wird zum Thema der Sanitärausstattungen bspw. die Toiletten des berühmten Habsburger Kaiserpaares Franz Josef und Elisabeth „Sissi" von Österreich-Ungarn zeigen, für große Raumgestaltungen aus Porzellan hingegen steht etwa das vollplastische Blumenornament aus dem Palast der Republik. Auf der Themeninsel „Porzellan und Lifestyle"
findet man u.a. Gespräche mit Karl Lagerfeld über die Faszination Porzellan und die Interieurs der Upper Class. „300 + X" versammelt die Entwürfe europäischer Design-Hochschulen zur Zukunft des Porzellans, das reagieren muss auf demografische, ökologische und ökonomische Erfordernisse.
Spannend ist hier die enorme Bandbreite des Materials. Was einst der höfischen Aristokratie als fragil, hochartifiziell und unbezahlbar galt, wurde zu einem beliebten Material in Technik und Medizin, aber auch im Einsatz von Großküchen und Massenproduktionen.
Wie kein zweites Material steht Porzellan und dessen wechselnde Verwendung deshalb für die Wandlung einer höfischen in eine demokratische und urbanisierte, schließlich globalisierte Welt.

Über den Veranstaltungsort

Das Porzellanikon ist Europas größtes Porzellanmuseum. Es ist das erste Industriemuseum Bayerns und Mitglied der European Route of Industrial Heritage.
Schirmherr der Ausstellung „Königstraum und Massenware" ist der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Das Porzellanikon liegt östlich an der Verkehrsachse München - Berlin. Während das Gebäude in Hohenberg a.d.Eger auf den Gründer der nordbayerischen Geschirrindustrie, Carolus Magnus Hutschenreuther, zurückgeht, steht die als Museum umgenutzte, denkmalgeschützte Rosenthal-Fabrik in Selb stellvertretend für die Porzellanindustrie in Oberfranken und der Oberpfalz, nach wie vor die wichtigste Herstellerregion für Porzellan in Europa.

 

Termin: ab dem 24.04.2010 bis zum 02.11.2010

Ort: Porzellanikon Selb und Porzellanikon Hohenberg a.d. Eger

Den offiziellen Flyer finden Sie HIER im PDF Format. Gegebenenfalls müssen Sie dafür den Adobe Acrobat Reader installieren, den Sie HIER herunterladen können.

Ihr Ansprechpartner:

Gabi Dewald
Werner-Schürer-Platz 1 / Freundschaft 2

95100 Selb / 95691 Hohenberg a.d. Eger
Tel.: +49 (0) 92 87.9 18 00-0 / +49 (0) 92 33.77 22-01
Fax: +49 (0) 92 87.9 18 00-30 / +49 (0) 92 33.77 22-08
E-Mail: pressestelle@porzellanikon.org