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"Jugend forscht"

Schwerpunkte der Schau waren Recycling, Umweltschutz und Energieerzeugung


Eggolsheim, 17. Februar 2017

Bei der 16. Auflage des Wettbewerbs „Jugend forscht“ in Oberfranken war die Eggerbach-Halle voller kluger Köpfe, origineller Ideen und neugieriger Besucher. Schwerpunkte der Schau waren Recycling, Umweltschutz und Energieerzeugung. Bei einem Rundgang nahm Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin von Oberfranken und Vorsitzende von Oberfranken Offensiv nicht nur in einem Fitness-Massage-Stuhl Platz. Sie hörte sich auch bei glutenfreier Ernährung und Wasser-Ski um. „Alle jungen Forscher, die sich mit ihren Projekten hierher aufgemacht haben, verdienen höchsten Respekt und größte Wertschätzung. Hier sind alle Sieger und wir sind die Beschenkten, weil wir davon profitieren“, so die Regierungspräsidentin.

Mehrere Monate hatten die 82 Teilnehmer mit ihren 55 Projekten auf diesen Tag hingearbeitet. Den zahlreichen Besuchern und der mehr als 30-köpfigen fachkundigen Jury erklärten die Nachwuchs-Wissenschaftler etwas über Zöliakie im Alltag, die Geschichte des Skisprungs und selbst komponierende Computer. Michael Stammberger, Ausbildungsleiter bei Brose, lobte „die große Begeisterung für die Wissenschaft, die der gesamten Region Oberfranken zugute kommt.“


Regionalisierung Ebermannstadt

Ein ganz großes Problem wollen drei Schüler des Fränkische Schweiz-Gymnasium Ebermannstadt lösen. „Wir waren im Urlaub auf Mallorca und haben die Plastik-Teppiche gesehen, die auf den Strand zutrieben.“ Auf ihrem „plastikfilternden Salatschleuder-Schiff“ sollen die ungeheuren Mengen Plastikmülls auf dem Wasser gezogen werden. „Zuerst mit einer Zentrifugation wie bei einer Salatschleuder, dann mit einer Filtration mit einem Sieb,“ so Madlen Schatz. Sie war im Vorjahr bereits bei „Jugend forscht“ am Start, als ihre Mehlwürmer Plastik verdauten. Die beiden Cousins Julian und Michael Voll (alle 16 Jahre) aus Eggolsheim haben dazu PE- und PVC-Kunststoffe in kleine Stückchen geschnitten und in mehreren Versuchsreihen herausgefunden, wie sich diese am einfachsten entfernen lassen.

 

Regionalisierung Marktredwitz:

Ist es gesünder, im Winter frisches Obst im Supermarkt zu kaufen, oder sich im Herbst etwas davon im Keller einzulagern? Johanna Busch und Eva Liebert (beide 17 Jahre) haben mit Äpfeln aus dem eigenen Garten den Selbstversuch unternommen. Für das Duo war es die Premiere bei „Jugend forscht“. „Wir haben den Vitamin C-Gehalt bestimmt, der bei länger liegenden Früchten geringer geworden ist – aber nie Null.“ Besonders gut eignete sich die Sorte Cromelor, während Boskop-Äpfel nicht so lange durchhalten. Auch der Geschmack kam in den letzten Monaten nicht zu kurz. Zumindest nicht bei den fünf Versuchspersonen, die sich von kistenweise Äpfeln ernährt haben.

 

Regionalisierung Hof:

Mit dem Aufzug ins Weltall wollen drei Schüler des Schiller-Gymnasium Hof. „Das ist eine kostengünstige Alternative zu Raketen, die ja  auch nicht wiederverwendet werden,“ so Dominik Schäfer (18). Ihr „Space Elevator“ aus Modellbauteilen und einigen Longbord-Rollen fährt an einem Band bisher nur rund zwei Meter empor. Aber das Prinzip ist für Fabian Reiche (18) klar. „Damit kann eine permanente Verbindung zu Satelliten oder Raumstationen gehalten werden.“ Allerdings sind einige Probleme, nicht die geringsten übrigens, noch nicht gelöst. „Da tüftelt auch die NASA noch, die ja viel mehr Geld als wir zur Verfügung hat,“ erklärt Jakob Vogt (17). Es brauche noch Schutzeinrichtungen vor Blitzschlag, Flugverkehr oder Stürmen, und überhaupt erst einmal ein reißfestes und langlebiges Band, das man über tausende Kilometer spannen könne. Dann könnten kleine Kapseln nach oben fahren. „Natürlich ohne Piloten, um Nutzlast zu sparen.“

 

Regionalisierung Coburg

Gleich mit zwei Projekten ist Lisa Feng (16) vom Gymnasium Ernestinum Coburg erstmals bei „Jugend forscht“ dabei. „Die Leidenschaft für die Malerei hat mich dazu gebracht, meine eigenen Ölfarben anzumischen.“ Dazu bedarf es neben der Farbpigmente auch eines Bindemittels. Also fasste die Jugendliche „trocknende Öle“ wie Leinöl ins Auge. „Das sind solche, die man an der Bezeichnung „mehrfach ungesättigt“ erkennt und die bei Raumtemperatur nach gewisser Zeit fest werden.“ Damit kommen sie typologisch den Fetten sehr nahe. Mit ihrer Schulfreundin Regina Ernst (17) tüftelte sie in der Freizeit daran, durch einen Crosstrainer nicht nur einen schöneren Körper zu bekommen, sondern auch Strom zu erzeugen. „Mit einem Dynamo erzeugen wir nach einigen Stunden Radfahrens genügend Strom für den Akku eines kleinen elektrischen Gerätes.“ Damit die Energie nicht mit Füßen getreten wird.

 

Regionalisierung Kronach:

Zum ersten und wegen seiner 21 Jahre auch zum letzten Mal ist Toni Schott bei „Jugend forscht.“ Dabei absolviert er derzeit eine Ausbildung zum Elektroniker an der Lorenz-Kaim-Berufsschule Kronach. Er rüstete einen Benzinmotor auf Wasserstoff-Verbrauch um und kam auf eine pfiffige Idee: „Warum nicht bei einem überhitzten Motor zusätzlich Wasser einspritzen?“ Dadurch würden einerseits die erhitzten Teile gekühlt und die Entzündungsgefahr des Wasserstoffs vermindert werden. Andererseits entstünde Wasserdampf, der durch seine Ausdehnung den Wirkungsgrad des Motors erhöhen könnte, weil er den Kolben antreibt. „Natürlich muss man destilliertes Wasser nehmen, damit keine Fremdstoffe in den Motor kommen.“ Der Umbau des Generators geschah übrigens in der Schleiferei seines Vaters. Hat der Wasserdampf den Auspuff erreicht und kondensiert, „will ich ihn wieder zurückpumpen, damit er von neuem eingespritzt werden kann.“ Dann muss man nicht so oft nachfüllen.

 

Regionalisierung Bayreuth:

Weil er und sein Vater Heiko immer so viel Kraft aufwenden müssen, um beim Start des Wasserski aus der Hocke auf die Beine zu kommen, untersuchte Fabian Gisbert (17), ob sich das bei unterschiedlichen Mono-Ski-Brettern ändert. Bei einem Mittelmeer-Urlaub führte er eine aufwendige Versuchsreihe am Seil hinter dem Motorboot durch. „Das kann man nur morgens, wenn Wind und Wellen noch nicht so stark sind.“ Bis zu einem Gewicht von 70 Kilogramm konnte er keine Unterschiede beim Kraftaufwand feststellen. Erst darüber hatte ein breiteres Mono-Ski-Brett Vorteile durch den größeren Auftrieb. „Vielleicht wird es deshalb auch bei Anfängern eingesetzt, die sich dann am Start leichter tun.“ Der Jugendliche ist nicht nur Wiederholungstäter beim Forscher-Wettbewerb. Auch das Wasser hat ihn im Vorjahr beim Modellbau eines Luftkissenbootes bereits angezogen.

 

Regionalisierung Bamberg:

Eine Chance, der Unmengen an Styropor und Plexiglas Herr zu werden, suchte ein Trio des Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg. Sie waren erstmals bei „Jugend forscht“ am Start. „Wir wollen die Stoffe recyceln und als Klebstoffe nutzen,“ so Daniel Wanek (17). Dazu wird das Polysterol in Aceton aufgelöst und in Spritzen aufbewahrt. „Damit das Lösungsmittel nicht verdunstet,“ erklärte Jonas Körner (16), denn dann härte der Klebstoff zu früh aus. In mehreren Versuchen haben die beiden mit ihrem Schulkollegen Daniel Ther (17) auch ermittelt, wo der neue Recycling-Kleber eingesetzt werden kann. Bei Pappe, Holz und Metall sei die Haftwirkung besonders gut. Das überprüften sie sogar im Labor. Allerdings eignet sich ihr Verfahren nur für lösliche Kunststoffe. „Für Polyethylen ist es keine Lösung.“

 

Regionalisierung Ebrach:

Dass er aus der „Naturparkschule Steigerwald“ kommt, erkennt man an Franz Schmitts Projekt sofort. Der 15-jährige Realschüler aus Ebrach möchte Lignin als natürlichen Kunststoff einsetzen. „Das ist ein Abfallprodukt der Papierherstellung und fällt in großen Mengen an.“ Der Stoff, der dem Holz seine Härte gibt, ist in Harthölzern naturgemäß stärker anzutreffen. „Buchenstämme bestehen zu fast einem Drittel aus Lignin.“ Zuerst hat der Jugendliche im Steigerwald Totholz gesammelt, dann daraus das Lignin als Granulat gewonnen und es so erhitzt, dass es flüssig und formbar wurde. „Es wird heutzutage schon in Bodenbelägen verwendet, aber in der Hauptsache verheizt.“ Aber das vergeude nur wichtige Ressourcen.

 

Im Einzelnen überzeugten folgende Projekte in sieben Kategorien:

 

Arbeitswelt

Regionalsieger wurden die beiden Auszubildenden Nils Arnold und David Herrmann von der Robert Bosch GmbH Bamberg, die sicherstellen, dass Mitarbeiter eine Schutzbrille tragen, sobald die Maschine startet. „Ein wichtiger Beitrag zum Arbeitsschutz,“ wie Wettbewerbsleiter Dr. Michael Bail meinte. Auf den Plätzen folgen Felix Mielenhausen vom Gymnasium Ernestinum Coburg für sein „Smart Window“ und ein Team von der Staatlichen Berufsfachschule für technische Assistenten in Lichtenfels. André Adamietz, Eduard Kurz und Bastian Fischer programmierten eine „Youth Taxi App“.  Eine Idee, die sich besonders die Landräte Dr. Hermann Ulm (Forchheim) und Johann Kalb (Bamberg) anhörten.

 

Biologie

Lukas Kübrich vom Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth erforschte die physiologischen Eigenschaften einer Spinne und die mechanische Qualität ihres Abseilfadens. Dabei ging ihm der Regionalsieg ins Netz. Patrick Schmitt von der Staatlichen FOS/BOS Triesdorf suchte nach künstlichen Lichtquellen, mit denen Fledermäuse angelockt oder vergrämt werden können. Jarne Johannes Glombik (Schiller-Gymnasium Hof) schließlich wollte wissen, welche antibakterielle und antimykotische Wirkung bestimmte Gewürzpflanzen und Senfölglycoside aufweisen.

 

Chemie

In diesem Jahr wird kein Oberfranke am Landesentscheid teilnehmen dürfen. Zweiter wurde Marc Traut vom Gymnasium Ernestinum Coburg, der biologisch abbaubare Polymere auf Stärkebasis erforschte. Sein Schulkollege Jonah Herr kümmerte sich um Plastikflaschen und deren Recycling. Mehr „kreative und engagierte Querdenker“ wünschte sich Harald Hofmann, Standortleiter der KSB AG für Pegnitz. Auch ein Global Player könne sein Herz in Oberfranken haben.

 

Geo- und Raumwissenschaften

Auch das Schiller-Gymnasium Hof durfte sich über einen Oberfranken-Sieger freuen. Andreas Schaller untersuchte zwei Jahre lang die Zuflüsse und den chemischen Zustand des Ökosystems Untreusee. Seine Präsentation gewann außerdem auch den Publikumspreis als „Schönster Stand“. Mit dem Klassiker Gravitationswellen beschäftigte sich Leonie Frey vom Städtischen Eichendorff-Gymnasium Bamberg. Dritte wurden Madlen Schatz, Julian und Michael Voll, die am Fränkische- Schweiz-Gymnasium Ebermannstadt ein plastikfilterndes Salatschleuder-Schiff erdacht hatten. Über solch „kreative Köpfe“ in seiner Nähe freute sich Heinz Arnold von der Sparkasse Forchheim sichtlich.

 

Mathematik und Informatik

Vincent Fischer vom Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth hatte ein neuronales Netzwerk programmiert, das Musik komponiert und wurde dafür als Regionalsieger ausgezeichnet. Ob aus Einsen und Nullen ein zweiter Mozart werden kann? Hinter ihm landete sein Schulkollege Alexander Keussen mit seinem Projekt „Trend Vote“. Außerdem schafften es Cedric Bös und Benedikt Döring vom Gymnasium Höchstadt/Aisch mit ihrem „SMARTDesk“ aufs Treppchen. „Wir brauchen mehr Menschen, die nach Lösungen suchen und nicht so viele Bedenkenträger,“ ermunterte Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz den wissenschaftlichen Nachwuchs.

 

Technik

Hier begeisterte das spektakuläre MIR-Projekt Timo Meyers. Er entwickelte eine praxistaugliche virtual reality-Brille und dazugehörige Schuhe, mit denen sich der Nutzer in jeder beliebigen Welt bewegen kann – Make It Real eben. Die Jury lobte die „beeindruckenden Bilder.“ Der Schüler der Staatlichen Fachoberschule Bayreuth überholte dabei Jonas Heß und Patrick Dressel vom Arnold-Gymnasium Neustadt bei Coburg. Das Duo hatte bei „SmartHome Pi“ die günstige und anwenderfreundliche Produktion von Heimgeräten im Blick. Einen dritten Preis vergab die Jury diesmal nicht. Wer keinen Preis bekommen habe, solle nicht aufgeben, so Claus Schwarzmann. Der Bürgermeister von Eggolsheim riet den Jugendlichen, beharrlich zu bleiben, ihre Idee weiterzuentwickeln und im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zu wagen.

 

Physik

Johannes Klatt vom Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg kümmerte sich um Doppelsterne und deren Wasserstoff- und Eisen-Spektrallinien. Für dieses anspruchsvolle astronomische Thema erhielt er den Regionalpreis. Im Wasser blieb Fabian Giesbert vom Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth. Er analysierte verschiedene Mono-Ski-Modelle beim Start. „Wir brauchen Schulen, die Freiräume schaffen, in denen Ideen gedeihen können,“ so Michael von Hertel, Personalleiter der Rehau AG, der fünf Schulen mit Geldpreisen bedachte und dem Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth zur Nominierung als „Bayerische Forscher-Schule“ gratulierte.  Oberfranken Offensiv-Geschäftsführer Frank Ebert hatte am Ende des Tages „keine Zweifel, wo die Exzellenz in Bayern sitzt“.

 

Die Besten Oberfrankens messen sich am 3.-5. April 2017 beim bayerischen Landesentscheid in Vilsbiburg.

 

Druckfähige Fotos der Regionalsieger finden Sie zum Herunterladen unter:

www.jugend-forscht-oberfranken.de

 

 


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