Oberfranken gestaltet den Wandel!
Oberfränkische Bildung ist die beste Voraussetzung für Erfolg!
Wettbewerb Gesellschaft 4.0
 
 
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Gesundheitsversorgung 4.0

Oberfranken ist Telemedizin-Vorreiter in Deutschland

Oberfranken Offensiv e.V. führt seit Juni 2016 das vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat geförderte Projekt „Gesellschaft 4.0: Digitales Land – Digitale Kommune“ durch. Innovative Ideen kamen im Rahmen des offenen Wettbewerbs unter anderem aus dem Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge und der Stadt Wallenfels, die sich beide mit telemedizinischen Projekten beworben hatten und die Jury damit überzeugen konnten.

Im Rahmen der vom Verein e2-health und Telemedizin Oberfranken e.V. für die Stadt Wallenfels eingereichten Projektidee und des Konzeptes der Gesundheitsregionplus des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge wird derzeit das Projekt „Gesundheitsversorgung 4.0“ realisiert. Hauptziel des Projektes ist es mit Hilfe der Digitalisierung in ländlichen Räumen wie Oberfranken einen Beitrag zur Verbesserung der allgemeinmedizinischen und hausärztlichen Versorgung von Patienten – vor allem in der Pflege – zu leisten.
 
Die Stadt Wallenfels sowie der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge sind Ideengeber und Modellregionen der Online-Sprechstunde, die es in der beschriebenen Art, mit Datenzugriff auf die vorhandene digitale Pflegeakte und ergänzender Videokonsultation, bisher noch nicht gibt. 
 
Die geplante telemedizinische Anwendung wird in Wallenfels vor allem für das Alten- und Pflegeheime „St. Elisabeth“ des Caritasverbandes für den Landkreis Kronach e.V. und im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge für das Paul-Gerhardt-Haus des Diakonischen Werkes Selb-Wunsiedel e.V. in Selb modellhaft entwickelt.

„Der persönliche und unmittelbare Kontakt zwischen Arzt und Patienten ist und bleibt auch in Zukunft unverzichtbar“, so die Vorsitzende von Oberfranken Offensiv e.V., Bayerns Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml MdL. „Dank der Online-Sprechstunde müssen Hausarzt und Patient im Pflegeheim künftig aber nicht mehr in jedem Fall persönlich zur ärztlichen Besprechung vor Ort sein.“ Denn laut Staatsministerin Melanie Huml MdL werden die vielfältigen Möglichkeiten der Telemedizin perspektivisch eine immer größere Rolle in der modernen Patientenversorgung spielen.

Im Rahmen des innovativen und bundesweit einmaligen Projektes „Gesundheitsversorgung 4.0“ kann der Pfleger in der neuen digitalen Anwendung in der digitalen Pflegeakte eine Nachricht über den Gesundheitszustand erstellen und verschlüsselt an den betreuenden Hausarzt übermitteln. Dieser empfängt die Meldung in seiner Praxis am Rechner oder per Pushmeldung auch mobil. Das Lesen der Meldung wird dann dem Pfleger und Patienten signalisiert.

Um die Dringlichkeit der Meldung für den Arzt zu kennzeichnen, gibt die Pflegekraft im Rahmen eines ampelähnlichen Farbsystems diese bereits an. Dabei reicht die Skala von einer nicht dringenden Meldung in „weiß“ bis hin zur „rot“ gekennzeichneten Nachricht. Durch diese Farbkennzeichnung kann der Hausarzt die Meldungen priorisieren und entsprechend in seinen Praxisablauf integrieren. Eine rote Meldung bedeutet beispielsweise, dass der Arzt zeitnah, möglichst am gleichen Tag, Kontakt mit dem Patienten aufnimmt, während die niedrigste Stufe ein bis zwei Tage Zeit hätte.

Gleichzeitig kann der Arzt online jederzeit in einem gesicherten Netz auf ausgewählte Daten der digitalen Pflegeakte zugreifen. Nach Auswertung dieser Daten und mit den eigenen vorhandenen Patientenakten in der Praxis hat der Arzt nun mehrere Möglichkeiten:

Er kann in der neuen Anwendung, die vom fränkischen Softwareunternehmen Awesome Technologies Innovationslabor GmbH programmiert wird, eine eigene Meldung als Rückantwort an den Patienten und die Pflegekraft zurücksenden, die weitere Anweisungen oder Nachfragen enthält. Eventuell entscheidet sich der Arzt seinen Patienten einen Hausbesuch abzustatten und dann seine weitere Behandlung anzupassen.

Sollte ein Hausbesuch nicht unbedingt notwendig sein, aber doch ein persönliches Gespräch vom Patienten oder Arzt, kann dies dann per Videosprechstunde bewerkstelligt werden. Durch die Möglichkeit des visuellen und akustischen Kontaktes mit den Patienten und dem Pflegepersonal per Videosprechstunde können die behandelnden Ärzte dann Verlaufskontrollen und Behandlungen durchführen. Dabei kann über die neue digitale Anwendung auch der Termin vereinbart werden.

Insgesamt 13 Mediziner in den beiden oberfränkischen Modellregionen wirken derzeit aktiv am Projekt mit. Denn die Ärzte versprechen sich von dem Projekt „Gesundheitsversorgung 4.0“ zahlreiche Erleichterungen im Praxisalltag. „Mit einer Online-Sprechstunde samt Videosprechstunde lässt sich der organisatorische Aufwand für Patienten, für das betreuende Pflegepersonal und auch für mich als Arzt enorm reduzieren“, so Dr. Thomas Täuber aus Selb. „Denn bei vielen Behandlungsanlässen und bestehender Arzt-Patienten-Konstellation ist die Online-Sprechstunde genauso effektiv wie der Praxisbesuch.“

Der Geschäftsführende Vorstand des Diakonischen Werkes Selb und Wunsiedel Hannes Kohrhammer sieht in dem Projekt noch einen weiteren Vorteil: „Alle Beteiligten sparen Zeit und am Ende haben Ärzte und Pfleger insgesamt mehr Ressourcen für die Betreuung der Patienten.“ Ähnlich beurteilt auch Cornelia Thron, Geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes Kronach, das Projekt: „Wir sind Vorreiter und werden zeigen, dass moderne Kommunikationstechnologien eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung einer weiterhin wohnortnahen, medizinisch hochwertigen Versorgung unserer Bewohner der Zukunft spielen. Denn in Verbindung mit dem traditionellen Arztkontakt hat die digitale Sprechstunde die Chance die gesundheitliche Versorgung grundlegend zu ändern.“ So seien Ärzte, Pfleger und Patienten physisch nicht mehr an Ort und Zeit gebunden und man könne die Online-Sprechstunde flexibler handhaben als persönliche Termine im Pflegeheim oder der Praxis.

Jens Korn, Erster Bürgermeister der Stadt Wallenfels, sowie der Wunsiedeler Landrat Dr. Karl Döhler freuen sich beim gemeinsamen Projekt „Gesundheitsversorgung 4.0“ nicht nur über die interkommunale Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg. „Wir gestalten die Digitalisierung im Gesundheitswesen aktiv mit und können eine Brücke zwischen Pflegeeinrichtungen und Hausärzten schlagen“, so Bürgermeister Jens Korn. „Die Zukunft des öffentlichen Gesundheitswesens als Teil der Daseinsvorsorge steht vor neuen Herausforderungen“, ergänzt Dr. Karl Döhler, Landrat des Landkreises Wunsiedel. „Umso notwendiger ist es jetzt, neue Technologien zu nutzen. Denn in der Telemedizin liegen nicht nur große Chancen für den Einsatz in der hausärztlichen Versorgung, sondern auch für viele weitere Bereiche des Gesundheitswesens.“ Außerdem biete die Gesundheitsversorgung 4.0 für viele weitere telemedizinische Projekte im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, in der Stadt Wallenfels sowie in ganz Oberfranken Anknüpfungspunkte, freut sich Nina Ziesel, Geschäftsstellenleitern der Gesundheitsregionplus des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge.

„Doch sind wir uns alle einig, dass das individuelle Arzt-Patienten-Verhältnis auch in Zukunft durch nichts zu ersetzen ist“, stellt Eva Maria Müller vom Verein e2-health und Telemedizin Oberfranken e.V. fest. „Aber bei komplexen, und chronischen Erkrankungen eines Patienten in der Altenpflege gebe es Lücken in der Kommunikation, die durch Telemedizin geschlossen werden könnten. Und wir sind mit unserer Gesundheitsversorgung 4.0 nicht nur mittendrin, sondern auch noch Vorreiter in Bayern und Deutschland!“

Das Projektteam „Gesundheitsversorgung 4.0“ freut sich, dass nun bald die Online-Sprechstunde in Oberfranken Realität wird (von links nach rechts): Eva-Maria Müller (Caritasverband Kronach, e2-health und Telemedizin Oberfranken), Prof. Dr. Torsten Eymann (Fraunhofer FIT), Hannes Kohrhammer (Geschäftsführender Vorstand Diakonie Selb-Wunsiedel), Matthias Fischer (Oberfranken Offensiv), Nina Ziesel (Gesundheitsregionplus Wunsiedel), Martin Schöffel MdL, Staatsministerin Melanie Huml (Vorsitzende Oberfranken Offensiv), Dr. Karl Döhler (Landrat Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge), Bernd Robitschko (Heimleiter Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth, Wallenfels), Jens Korn (Erster Bürgermeister Stadt Wallenfels), Michael Albert (Awesome Technologies), Christoph Günther (Awesome Technologies), Dr. Eva Körner (Hausärztin), Dr. Thomas Täuber (Hausarzt), Frank Ebert (Geschäftsführer Oberfranken Offensiv)
Das Projektteam „Gesundheitsversorgung 4.0“ freut sich, dass nun bald die Online-Sprechstunde in Oberfranken Realität wird (von links nach rechts): Eva-Maria Müller (Caritasverband Kronach, e2-health und Telemedizin Oberfranken), Prof. Dr. Torsten Eymann (Fraunhofer FIT), Hannes Kohrhammer (Geschäftsführender Vorstand Diakonie Selb-Wunsiedel), Matthias Fischer (Oberfranken Offensiv), Nina Ziesel (Gesundheitsregionplus Wunsiedel), Martin Schöffel MdL, Staatsministerin Melanie Huml (Vorsitzende Oberfranken Offensiv), Dr. Karl Döhler (Landrat Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge), Bernd Robitschko (Heimleiter Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth, Wallenfels), Jens Korn (Erster Bürgermeister Stadt Wallenfels), Michael Albert (Awesome Technologies), Christoph Günther (Awesome Technologies), Dr. Eva Körner (Hausärztin), Dr. Thomas Täuber (Hausarzt), Frank Ebert (Geschäftsführer Oberfranken Offensiv)

O-Ton 1: staatsministerin Melanie HUml
Wofür steht das Projekt Gesundheitsversorgung 4.0 von Oberfranken Offensiv?

O-Ton 2: Staatsministerin Melanie Huml
Wie profitiert Oberfranken vom Projekt „Gesundheitsversorgung 4.0?

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Oberfranken Offensiv e.V. ist eine Regionalinitiative, die in einem starken Netzwerk zukunftsweisende Projekte zur Förderung von Oberfrankens regionaler und kommunaler Entwicklung unterstützt und durchführt, zum Beispiel in den Bereichen Demografie, Digitalisierung, Gesundheit und Lebensqualität.

Die Aktivitäten der Entwicklungsagentur für Oberfranken werden durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat sowie durch den Bezirk Oberfranken und die Oberfrankenstiftung gefördert.

Europäische Union "Investition in Ihre Zukunft" Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
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