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Startschuss in Kulmbach – Oberfranken Offensiv geht mit 36 oberfränkischen Modellkommunen neue Wege

Startschuss in Kulmbach – Oberfranken Offensiv geht mit 36 oberfränkischen Modell-kommunen neue Wege

Wie bewältigen unsere Städte und Gemeinden die Herausforderungen der Zukunft in Zeiten des permanenten Wandels und klammer Kassen? Antworten darauf und vor allem konkrete Lösungsansätze sollen jetzt mit 36 Kommunen erarbeitet werden, die gemeinsam neue und zum Teil auch unkonventionelle Wege gehen. Zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dieser sogenannten Modellkommunen kamen jetzt in Kulmbach im Coworking-Space „Zeiträume“ zusammen, um die nächsten Schritte zu definieren. Federführend in diesem Projekt ist die regionale Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv.

Es sind zentrale Themen, denen sich die Rathauschefs unserer vor allem ländlich geprägten Gemeinden und kleineren Städte permanent stellen müssen: Wie schaffe ich für meine Mitbürgerinnen und Mitbürger modernen und bezahlbaren Wohnraum, wie fördere ich ein lebendiges Miteinander und wie verhelfe ich meiner Kommune zu einem positiven Image? Dabei sind Infrastruktur, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Betreuung und Pflege sowie die medizinische Versorgung nur einige der entscheidenden Kriterien, ob sich Menschen für oder gegen einen Wohnort entscheiden. Mit diesen komplexen Themen setzt sich auch die Entwicklungsagentur Ober-franken Offensiv in ihrem Projekt „TrafO – Zentrum für Transformation und Change-Management Oberfranken“ auseinander.


Zum Auftakt treffen sich alle Modellkommunen

Frank Ebert, Geschäftsführer von Oberfranken Offensiv: „Unseren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern fehlt es weniger an Erkenntnis, als vielmehr häufig an finanziellen Mitteln, Manpower und Zeit. Hier wollen wir in drei Schritten unterstützen. Erstens – wir definieren mit den jeweiligen Kommunen ihre größten Herausforderungen. Zweitens – wir vernetzen diese Gemeinden thematisch miteinander und fördern so den Austausch, und drittens – wir erarbeiten mit diesen vernetzten Gemeinden maßgeschneiderte Projekte, die dann bestmöglich übertragbar sind.“

Zudem wird es fachbezogene Exkursionen geben, die den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichen. So bietet Oberfranken Offensiv beispielsweise im April eine zweitägige geführte Reise an, die unter anderem nach Nordrhein-Westfalen führt. Dort wird den Teilnehmenden erläutert, wie es der gut 1.700 Einwohner kleine Ort Etteln geschafft hat, als beste „Smart City“ weltweit ausgezeichnet zu werden.

„Es wird eine Mischung aus Workshops, Tagungen, Exkursionen und Unterstützung der Projektarbeit vor Ort sein, mit der wir unseren Modellkommunen unter die Arme greifen wollen.“ ergänzt Ebert. „Im vergangenen November setzten wir am Medizincampus Oberfranken in Bayreuth ein Ausrufezeichen, indem wir dessen Bedeutung für unsere Haus- und Facharztversorgung der Zukunft unterstrichen. In diesem Jahr wird es eine Tagung geben, die das Thema Wohnen in mehreren Facetten aufgreift.“ Dabei sorge auch die Wahl der Veranstaltungsorte für Impulse. „Ein Coworking-Space wie hier in Kulmbach könne einer Kommune neue Perspektiven bieten und gleichzeitig aus einem tristen Leerstand einen modernen Ort der Begegnungen schaffen.“


Die Modellkommunen

Folgende Städte und Gemeinden haben den Zuschlag als Modell-kommune in dem Projekt von Oberfranken Offensiv erhalten:

  • Landkreis Kronach (9): Tettau, Steinbach am Wald, Nord-halben, Stockheim, Küps, Steinwiesen, Pressig, Ludwigstadt, Wallenfels
  • Landkreis Kulmbach (5): Presseck, Kasendorf, Stadtstein-ach, Marktleugast, Thurnau
  • Landkreis Hof (5): Köditz, Trogen, Schwarzenbach am Wald, Bad Steben, Schwarzenbach an der Saale
  • Landkreis Bamberg (5): Ebrach, Buttenheim, Strullendorf, Schönbrunn im Steigerwald, Viereth-Trunstadt
  • Landkreis Bayreuth (4): Goldkronach, Waischenfeld, Emt-mannsberg, Gefrees
  • Landkreis Forchheim (4): Igensdorf, Ebermannstadt, Göß-weinstein, Kunreuth
  • Landkreis Coburg (2): Niederfüllbach, Ahorn
  • Landkreis Lichtenfels (3): Marktzeuln, Redwitz an der Rodach, Hochstadt am Main


Mit dem Landkreis Wunsiedel ist Oberfranken Offensiv im engen Austausch, um ein umfangreiches Projekt zu unterstützen, von dem mehrere Kommunen im Fichtelgebirge profitieren könnten und das sich aktuell noch in der Vorbereitungsphase befindet.

Vom DemKo zum TrafO: Erfolgreiche Projektarbeit seit 2016

Bereits in den ersten beiden Förderphasen (2016 – 2020 und 2021 – 2024) konnte das DemKo zahlreiche zukunftsweisende Projekte realisieren. Dazu zählen beispielsweise die Mitfahrbänke (das größte Mitfahrbanknetzwerk Deutschlands), das Projekt „Silberfilm“ (ein generationenverbindendes und wissenschaftlich begleitetes Kinoprogramm für Menschen mit Demenz, Pflegebedarf und deren Angehörige) sowie der Aufbau einer Landingpage für Zuzugsinteressierte und zahlreiche Netzwerkveranstaltungen, Fachforen und Exkursionen.

Als Basis für weitere Projekte in der zweiten Förderphase ab 2020 dienten die Ergebnisse einer Imageanalyse, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des DemKo 2019 durchgeführt hat.

Besonders hervorzuheben ist das auch überregional erfolgreiche Projekt „Work.Land.Life – Landleben auf Probe in Oberfranken“, das deutschlandweit für Aufsehen und für großes Interesse an Oberfranken sorgte. Das Projekt ermöglichte es Großstädtern, das Landleben hautnah zu erleben und innovative Impulse für die Region zu setzen. In den Jahren 2023 und 2024 wurde das Projekt erfolgreich durchgeführt, bei dem jeweils acht Teilnehmer über sechs Wochen hinweg im Oberen Rodachtal im Frankenwald arbeiteten und lebten.

Die Weiterentwicklung zum TrafO baut auf diesen Erfolgen auf und führt das zentrale Anliegen des Projekts konsequent weiter: Oberfranken fit für die Zukunft zu machen – mit konkreten Lösungen, starker Vernetzung und aktiver Mitgestaltung aller Beteiligten.

 
 
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