Oberfranken goes digital: Oberfranken Offensiv zeigt erfolgreiche digitale Lösungen für den ländlichen Raum
Nach der Begrüßung durch TrafO-Projektleiterin Sandra Wolf stellte Christopher Müller von der Smart City Eichenzell die Bedeutung digitaler Daseinsvorsorge als Schlüssel für gleichwertige Lebensverhältnisse heraus. Am Beispiel Eichenzell zeigte er, wie gezielte Digitalstrategien helfen können, Herausforderungen wie demografischen Wandel und Infrastrukturabbau aktiv zu begegnen. Der Projektleiter veranschaulichte, wie die Gemeinde Eichenzell eine eigene IT-Infrastruktur und Datenplattform nutzt, um Herausforderungen im ländlichen Raum zu begegnen. In Eichenzell werden bereits konkrete Anwendungsfälle (Use Cases) umgesetzt, die den Alltag der Bürger sicherer und effizienter gestalten. Beispiele sind eine vernetzte Brandfrüherkennung, bei der durch IoT-Rauchdetektoren die Alarmierung der Feuerwehr automatisiert beschleunigt wird oder eine automatisches Abfallmanagement, bei dem Sensoren Füllstände von Glascontainern messen und bei Bedarf Leerungsaufträge auslösen.
Ein besonderes Highlight des Webinars war der Vortrag von Ulrich Ahle, Digitalisierungsverantwortlicher des westfälischen Ortes Etteln. Unter dem Titel „Wie ein kleines Dorf die digitale Transformation realisierte und besser als Hongkong wurde“ präsentierte er eindrucksvoll, wie konsequente Bürgerbeteiligung, klare strategische Zielbilder und pragmatische Umsetzung zu messbaren Erfolgen führen können. Etteln, ein Ort mit rund 1.750 Einwohnern, wurde 2024 mit dem ersten Platz beim IEEE Smart City Award ausgezeichnet und gilt heute als digitalstes Dorf der Welt. Besonders bemerkenswert: Der eigenverantwortliche Glasfaserausbau wurde dort innerhalb von nur sechs Monaten und mit vergleichsweise geringen Kosten realisiert – ein Beispiel für effiziente und gemeinschaftlich getragene Infrastrukturentwicklung.
Im dritten Vortrag zeigte Diethard Sahlender anhand der „Smart Green City Haßfurt“, wie Kommunen durch intelligente Datenplattformen vorhandene Informationssilos aufbrechen und in einen echten Wissensschatz überführen können. Die Vernetzung von Daten eröffnet dabei neue Möglichkeiten für nachhaltige Stadtentwicklung, Energieeffizienz und als Grundlage für bessere Verwaltungsprozesse.
Die Praxisbeispiele der drei Referenten machten deutlich: Erfolgreiche Digitalisierung im ländlichen Raum braucht nicht nur Technologie, sondern vor allem Engagement vor Ort, klare Strategien und die aktive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. „Die vorgestellten Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass auch kleinere Kommunen Vorreiter der digitalen Transformation sein können“, resümiert Frank Ebert, Geschäftsführer von Oberfranken Offensiv. „Unser Ziel bei TrafO ist es, genau diese Erfahrungen sichtbar zu machen und den Wissenstransfer in der Region Oberfranken weiter zu stärken.“ Mit dem Webinar setzte TrafO einen wichtigen Impuls für die kommunale Transformation und unterstrich die Chancen, die in der Digitalisierung für lebenswerte, zukunftsfähige Regionen liegen.
Das Zentrum für Transformation und Change-Management ist eine Weiterentwicklung des Demografie-Kompetenzzentrums Oberfranken (2016–2024), das als Projekt der Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat gefördert wird. Das TrafO unterstützt oberfränkische Kommu-nen, Unternehmen und andere lokale Initiativen bei ihrer Anstrengung zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit Oberfrankens.
Mehr Infos unter: www.demografie-oberfranken.de